DDR 1989/90Brandenburger Tor


Di. 22. August 1989


An der ungarisch-österreichischen Grenze ist in der Nacht zum Dienstag ein DDR-Bürger erschossen worden, als ungarische Grenzsoldaten versuchten ihn an der Flucht zu hindern. Wie die Budapester Nachrichtenagentur MTI meldete, haben die Militärbehörden nach ersten Ermittlungen keinen Zweifel daran, dass es sich um einen Unfall handelte. Der Mann habe im Handgemenge um sich geschlagen, dabei habe sich versehentlich ein Schuss gelöst. Bei der anhaltenden Massenflucht gelangten zur selben Zeit wieder fast 200 DDR-Bürger in den Westen.
(Frankfurter Rundschau, Mi. 23.08.1989)

Beginn des zweitägigen Treffens der Vorbereitungsgruppe des Demokratischen Aufbruch in Dresden. Es wird der Name "Demokratischer Aufbruch – sozial ökologisch" beschlossen.

Einen Programmentwurf soll von Edelbert Richter ausgearbeitet werden und von Wolfgang Schnur ein Statut. Gespräche soll mit allen geführt werden, die für eine eventuelle Mitarbeit in Frage kommen.

Bundeskanzler Helmut Kohl erklärt vor der Bundespressekonferenz in Bonn, alle, auch die in den bundesdeutschen Zufluchtsuchenden müssten wissen, dass nicht die Bundesregierung über ihre Ausreise entscheiden kann, sondern nur die DDR. Für die entstandene Lage trage ausschließlich die DDR-Führung die Verantwortung.