Wende ist eingetreten - das läßt uns hoffen
In den letzten Wochen haben sich viele Tausende Bürger der DDR auf unterschiedliche Weise und mit Nachdruck zu Wort gemeldet, haben vieles in unserem gesellschaftlichen Dasein in Frage gestellt.Die Partei- und Staatsführung hat darauf - wenn auch spät - reagiert. Einige Änderungen im gesellschaftlichen Leben sind bereits jetzt erkennbar. Das läßt uns hoffen.
Wir drängen jedoch baldigst auf die Sanktionierung von basisdemokratischen Rechten, um Rückfälle in die alten Zustände zu verhindern. Wir drängen- auf die Legalisierung von Demonstrationen
- auf Meinungs- und Pressefreiheit, auch in Betrieben und Schulen
- auf freie Wahlen, bei denen man sich für Programme und dafür einstehende Personen entscheiden kann
- auf unabhängige Kontrollen der Machtausübung
Unsere Regierung soll uns endlich ihre Gesellschaftskonzeption als Entwurf vorlegen. Sie soll ihre Grundwerte benennen. Wir wollen das beeinflussen dürfen!
Wir sind der Meinung, dass Sozialismus nicht ohne Demokratie wie auch Demokratie nicht ohne Sozialismus möglich ist.Wir hoffen, dass bald eine Zeit beginnt, in der zwischen uns und dem Staat ein Vertrauensverhältnis entstehen kann.
Wir wollen unsere ganze Arbeitskraft und unsere ganze Persönlichkeit dafür einsetzen, dass der jetzt am Anfang stehende gesamtgesellschaftliche Prozess erfolgreich weitergeführt wird.Zu betrieblichen Fragen der Neudispositionierung haben wir folgende Vorschläge:
- Wir sind für den Wegfall des ungerechtfertigten Gehaltszuschlages für spezielle Produktion.Aus aktuellem Anlass fordern wir die Ablösung des Kollegen Harry Tisch. Er hat den Kontakt zur gewerkschaftlichen Basis verloren.
Diese Stellungnahme wurde von de AGL-Leitung und Vertrauensleuten de AGL C erarbeitet und den Mitglieder bekanntgegeben.AGL des Bereiche C
aus: Der Antrieb, Nr. 22/89, 13.11.1989, Organ der Betriebsparteiorganisation der SED des VEB Strömungsmaschinen, Pirna