Vertreter der am Runden Tisch vertretenen oppositionellen Parteien und Bewegungen können sich noch nicht über einen möglichen Eintritt in die Regierung Modrow entscheiden, sie vereinbaren Vertraulichkeit über den Verlauf der Verhandlungen und vertagen sich.
Im DDR-Umweltministerium tritt erstmals ein zentraler "Grüner Tisch" zusammen, um die ökologische Erneuerung der DDR zu beraten.Wie die Pressestelle des Ministeriums für Arbeit und Löhne mitteilt, können die am 23. Januar von der Gewerkschaft genannten Arbeitslosenzahlen von 80 000 nicht bestätigt werden. Sie entbehrten jeglicher Grundlage. Tatsache sei, dass mit Stand vom 22. Januar an 51 413 Werktätige neue Arbeitsplätze zu vermitteln seien. Die Arbeitsämter meldeten gegenwärtig 171 703 freie Stellen.
Die LDPD halte es für zweckmäßig, zu den Wahlen am 6. Mai internationale Beobachterdelegationen zuzulassen. Das sei vom Parteivorsitzenden Prof. Dr. Manfred Gerlach dem Präsidenten der Volkskammer, Dr. Günther Maleuda, mitgeteilt worden, heisst es in einer Meldung der LDPD-Pressestelle.Der Vorsitzende des Demokratischen Aufbruchs, Wolfgang Schnur, will Bundeskanzler Kohl als Wahlredner einladen. "Ich gehe davon aus, dass die Partei Demokratischer Aufbruch bereits ein Partner der CDU ist", sagt Schnur laut AP. Es gehe jetzt nicht um Konkurrenzdenken, sondern darum, dass alle demokratischen Kräfte - das heißt die Parteien der Mitte - eine solche Unterstützung erlangen, dass wir am 6. Mai 1990 eine 51prozentige Mehrheit erlangen". Die bürgerlichen Parteien und Gruppierungen müssten sich sehr schnell, spätestens bis Ende Februar, zusammenschließen.
(BZ, 25.1.1990)
Aus: Sabine und Zeno Zimmerling, Neue Chronik DDR, 4./5. Folge, 1. Auflage, Verlag Tribüne Berlin GmbH 1990, ISBN 3-7303-0604-9
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