Die Ermittlungsverfahren gegen Heinz Ziegner, ehemals 1. Sekretär der Schweriner SED-Bezirksleitung, und Rudi Fleck, ehemaliger Vorsitzender des Rates des Bezirkes Schwerin, sind von der Kripo abgeschlossen worden. In den nächsten Tagen wird Anklage wegen Vertrauensmissbrauch im schweren Fall erhoben.
(BZ, 27./28.1.1990)
Auf der Krankenstation einer Untersuchungshaftanstalt wird der ehemalige Minister für Staatssicherheit, Erich Mielke, zu den Ereignissen am 7. und 8. Oktober 1989 in Berlin befragt. Das Gespräch führen Mitglieder der Untersuchungskommission, die zu den brutalen Einsätzen von Sicherheitskräften an jenen Tagen ermittelt.
Nach eigenen Aussagen verließ Mielke während der Festveranstaltung im Palast der Republik den Saal, um die Demonstration vor dem Gebäude zu beobachten. Originalton Mielke: "ich verstand nicht, was die Menschen so erregte, warum sie sich zu solchen Gewalttätigkeiten vom Feind provozieren ließen." Er nahm Kontakt mit den verantwortlichen Offizieren seines Ministeriums auf und wies sie an, für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Energisch bestreitet Mielke Zeugenaussagen, wonach er am späten Abend des 7. 10. in der Schönhauser Allee war und Befehl zum brutalen Vorgehen gegen friedliche Demonstranten gab. Weitere Aussagen von ihm stehen im Widerspruch zu bisherigen Ermittlungen und Erkenntnissen der Kommission, eine zweite Befragung Mielkes und die bevorstehende Anhörung seiner Stellvertreter sollen zur endgültigen Klärung beitragen.Aus: Sabine und Zeno Zimmerling, Neue Chronik DDR, 4./5. Folge, 1. Auflage, Verlag Tribüne Berlin GmbH 1990, ISBN 3-7303-0604-9
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