Die Vorsitzende der DDR-Wahlkommission, Petra Bläss, ruft die Bürger des Landes auf, in den rund 22 000 zu bildenden Wahlvorständen mitzuarbeiten.
Die Regierung beschließt eine teils drastische Reduzierung von Preisen bei einer großen Menge uninteressant gewordener Konsumgüter.Für eine gemeinsame Garantieerklärung der europäischen Grenzen durch die beiden deutschen Parlamente spricht sich der Vorsitzende der Konferenz der evangelischen Kirchenleitungen in der DDR, Landesbischof Dr. Werner Leich, aus.
In Berlin stellen verschiedene Parteien und Gruppierungen auf Pressekonferenzen Programme und Spitzenkandidaten für die Volkskammerwahl vor.Grüne Partei und Unabhängiger Frauenverband: In einer gemeinsamen Wahlplattform spricht sich das Bündnis für die Auflösung der Militärblöcke und die schrittweise Entmilitarisierung der beiden deutschen Staaten aus. Das Recht auf Arbeit müsse erhalten bleiben. Gefordert wird auch eine Forschungsförderung zum ökologischen Umbau der Industriegesellschaft. Spitzenkandidaten sind Dr. Ina Merkel und die Schauspielerin Walfriede Schmitt für den UFV sowie Vera Wollenberger und Vollrad Kuhn für die Grüne Partei.
Demokratie Jetzt: Die Bürgerbewegung werde dem Bündnis 90 vorschlagen, Dr. Wolfgang Ullmann als Kandidaten für das Amt des Ministerpräsidenten zu nominieren, erklärt Konrad Weiß, Sprecher von Demokratie Jetzt. Weitere Spitzenkandidaten des Wahlbündnisses sind Marianne Birthler (IFM), Prof. Dr. Jens Reich (NF) und Konrad Weiß.
(BZ, 24./25.2.1990)
Aus: Sabine und Zeno Zimmerling, Neue Chronik DDR, 4./5. Folge, 1. Auflage, Verlag Tribüne Berlin GmbH 1990, ISBN 3-7303-0604-9
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