2. März


Die Eigentumsverhältnisse in der DDR, wie sie sich nach dem zweiten Weltkrieg herausgebildet haben, sollen im Interesse aller DDR-Bürger und auch im Interesse der BRD-Bürger und -Regierung nicht in Frage gestellt werden. Das geht aus einer Erklärung der DDR-Regierung hervor, die dem ADN übermittelt wird.
(BZ, 3./4.3.1990)

Der zuständige Senat des Stadtgerichtes Berlin gibt die Strafsache gegen Harry Tisch an den Generalstaatsanwalt der DDR zurück. Wie es in einer Pressemitteilung des Berliner Stadtgerichtes heißt, kann nach dem Stand der Ermittlungen das Hauptverfahren noch nicht eröffnet werden. Es seien Nachermittlungen angeordnet worden.
(BZ 3./4.3.1990)


3. März


Mit der Wahl von Rainer Kirsch zum Vorsitzenden, Joachim Walther und Bernd Jentzsch zu seinen Stellvertretern sowie Stefan Heym als Ehrenvorsitzenden des Schriftstellerverbandes der DDR schließt der außerordentliche Kongress des Verbandes in Berlin.
(BZ 5.3.1990)

Der neugegründete DDR-Mieterbund veranstaltet auf dem Berliner Alexanderplatz eine erste Kundgebung unter dem Motto: "Im Lande geblieben - dem Hausbau verschrieben - und nun vertrieben?"
(BZ, 5.3.1990)

Etwa 40 000 von DDR-Gerichten wegen politischer Delikte verurteilte Bürger sollen durch Ehrenerklärungen der Gerichte rehabilitiert werden und eine Entschädigung bekommen. Das kündigt DDR-Justizminister Wünsche in einem Gespräch mit dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" an. Die Masse der Urteile aus der Vergangenheit, so Wünsche, könne nicht vor Gericht neu aufgerollt werden. Das geplante Gesetz sehe stattdessen eine "politisch-moralische Rehabilitierung" vor.
(BZ, 5.3.1990)

"Perspektiven sozialdemokratischer Wirtschaftspolitik in der DDR" stehen im Mittelpunkt eines SPD-Kongresses, der in Potsdam stattfindet. Wolfgang Roth, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion, nennt als Hauptaufgaben einer zukünftig SPD-geführten DDR-Regierung schnelle Währungsunion, engen Wirtschaftsverbund und Sozialunion zwischen der Bundesrepublik und der DDR. Ibrahim Böhme, Vorsitzender der DDR-SPD, sagt, dass er eine Währungsunion bis zum 1. Juli für realisierbar halte.
(BZ, 5.3.1990)

In der Berliner Hochschule für Ökonomie findet der außerordentliche Bundeskongress des Demokratischen Frauenbundes Deutschlands statt. Über 600 Delegierte nehmen teil, wählen einen neuen Bundesvorstand, beschließen ein verändertes Statut und ein vorläufiges Programm. Die Vorsitzende, Eva Rohmann, wird in ihrer Funktion bestätigt.
(BZ, 5.3.1990)

Aus: Sabine und Zeno Zimmerling, Neue Chronik DDR, 4./5. Folge, 1. Auflage, Verlag Tribüne Berlin GmbH 1990, ISBN 3-7303-0604-9