Fr. 9. März


24 Parteien, andere politische Vereinigungen und Listenvereinigungen beteiligen sich an den ersten freien, allgemeinen, gleichen, direkten und geheimen Wahlen in der DDR. Diese Entscheidung teilt die Vorsitzende der Wahlkommission verbindlich mit. Wegen der Nichteinhaltung des Anmeldetermins 26. Februar seien die Ökologische Demokratische Partei, die Reine Arbeiter-Partei und die Demokratische Partei der Arbeiterklasse und der Intelligenz zu den Wahlen nicht zugelassen worden. Die Deutsche Umweltschutzpartei wurde abgelehnt, da sie sich nicht - wie gefordert - beim Präsidenten der Volkskammer registrieren ließ.
(BZ, 10./11.3.1990)

Wahlzettel für die Volkskammerwahl in der DDR am 18.03.1990

Jeder zweite (der rund 12,2 Millionen) Wähler in der DDR ist nach Angaben des Infas-Instituts Bad Godesberg noch unentschlossen, welcher Partei er seine Stimme geben soll.
(BZ, 10./11.3.1990)

Mit großer Mehrheit beschließen die Delegierten des in Suhl stattfindenden Bauerntages, die VdgB in einen Bauernverband e. V. der DDR umzuwandeln.

Der ehemalige Stasi-Chef Erich Mielke wird aus der Haft entlassen, teilt die Generalstaatsanwaltschaft mit. Die zuständigen Ärzte hatten "einen erheblichen geistigen und körperlichen Verfall" des 82jährigen konstatiert.
(BZ, 10./11.3.1990)

bis hier aus: Sabine und Zeno Zimmerling, Neue Chronik DDR, 4./5. Folge, 1. Auflage, Verlag Tribüne Berlin GmbH 1990, ISBN 3-7303-0604-9

Der erste Kreisverband der Johanniter-Unfall-Hilfe in der DDR wurde am Freitag in der Nikolai-Kirche Wismar gegründet. Wie die Hilfsorganisation in Bonn mitteilte, sind die Gründungen weiterer Orts- und Kreisverbände in der DDR für die nächsten Wochen vorgesehen. Die Johanniter werden in Wismar Erste-Hilfe-Kurse anbieten, den Rettungsdienst unterstützen und zahlreiche soziale Dienste einrichten.
(Neue Zeit, Sa. 10.03.1990)

Die Diakonischen Werke in der Bundesrepublik und der DDR bereiten ein gemeinsames Diakonisches Werk mit Sitz in Berlin vor. Das bestätigte der Sprecher des Diakonischen Werks der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Hans-Joachim Hofmann, in Stuttgart. Wie Hofmann betonte, wird demnächst ein Koordinierungsausschuss gebildet, der die stufenweise Zusammenführung der Diakonie in beiden deutschen Staaten vorantreiben soll. Der Diakoniesprecher fügte hinzu, die endgültige Schaffung eines deutsch-deutschen Diakoniewerkes mit Sitz in Berlin hänge jedoch von der Zustimmung der zuständigen kirchlichen Organe und Gremien ab.
(Neue Zeit, Sa. 10.03.1990)

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