Die Schauspielerin Annekathrin Bürger wird auf dem ersten Kongress der nationalen Bürgerbewegung in Berlin zur Vorsitzenden dieser von Parteien unabhängigen und gemeinnützigen Vereinigung gewählt.
(BZ, 12.3.1990)
Aus eigener Kraft oder mit Unterstützung durch BRD-Prominenz nutzen die 24 Parteien, andere politische Vereinigungen und Listenvereinigungen, die an der Volkskammerwahl teilnehmen, das Wochenende, um sich und ihre Programme den potentiellen Wählern vorzustellen.
Gegen den bedingungslosen Anschluss der DDR an die BRD und für den Erhalt des sozialen Bestandes und Vermögens sprechen sich bei Wahlveranstaltungen Dr. Günther Maleuda (DBD), Manfred Flegel (NDPD) und Gregor Gysi (PDS) aus.Mit der Devise "Jetzt gerade!" schließt in Dresden der Wahlparteitag des DA. Die Delegierten sprechen trotz aller Beschuldigungen ihrem Vorsitzenden Wolfgang Schnur, der krankheitshalber nicht anwesend war, das Vertrauen aus. "Die deutsche Einheit jetzt" fordert der DSU-Vorsitzende Hans-Wilhelm Ebeling auf einer Wahlveranstaltung in Magdeburg. Die Entscheidung dafür sei längst gefallen. Er selbst habe sich nie als Bürger der DDR empfunden, sondern als Bürger Deutschlands. Scharfe Angriffe gegen das Kabinett Modrow richtet CSU-Vorsitzender Theo Waigel: "Wir investieren in den Wandel, wir helfen den Menschen, aber wir geben keine Mark für ein verkommenes und verrottetes System."
Gegen den "Schmutzwahlkampf" von CDU und CSU in der DDR protestiert Bundesgeschäftsführerin Anke Fuchs in Görlitz.CDU-Vorsitzender Lothar de Maizière lehnt auf einem internationalen Kolloquium in Berlin zwar eine Vereinigung nach Artikel 23 nicht ab, ergänzt jedoch, dass die Rahmenbedingungen dafür vorher klar sein müssen.
Gegen DDR-Ausverkauf und für die Einheit aller linken Kräfte treten im Zentrum von Karl-Marx-Stadt Vertreter der Vereinigten Linken, der KPD, der Alternativen Jugendliste, der PDS und der NELKEN ein."Deutscher Fernsehfunk" heißt die Fernsehanstalt der DDR wieder. Sie ist Rechtsnachfolger des DDR-Fernsehens und erhält damit ihren Namen zurück, den sie bis 1972 trug. Das geht aus einer Pressemitteilung des Fernsehens hervor. Die Umbenennung erfolgt im Zuge der Umwandlung des Fernsehsenders in eine unabhängige, öffentlich-rechtliche Anstalt.
Aus: Sabine und Zeno Zimmerling, Neue Chronik DDR, 4./5. Folge, 1. Auflage, Verlag Tribüne Berlin GmbH 1990, ISBN 3-7303-0604-9