6. September

In einer von ADN verbreiteten Information "zu Falschmeldungen der BRD-Medien" heißt es, "in Gesprächen mit der BRD, so am 31. August," sei in der Frage der ausreisewilligen DDR-Bürger in BRD-Vertretungen "grundsätzliche Übereinstimmung über einen Lösungsweg erzielt" worden. "Es bestand auch Einvernehmen darüber, dass der Aufenthalt von DDR-Bürgern in Vertretungen der BRD nicht geeignet ist, eine Genehmigung zur ständigen Ausreise aus der DDR zu erreichen."


7. September

Der Leiter der Ständigen Vertretung der BRD in der DDR, Dr. Bertele, teilt im Außenministerium der DDR mit, dass die BRD die in ihren Vertretungen befindlichen DDR-Bürger mit den Zusicherungen der DDR vertraut machen und ihnen raten werde, die Vertretung zu verlassen und in ihre Heimatorte zurückzukehren.


8. September

Alle 116 DDR-Bürger, die sich zum Teil seit mehr als einem Monat in der Berliner Ständigen Vertretung der BRD aufhalten, verlassen ihren Zufluchtsort. Wie es in einer von ADN verbreiteten Erklärung der Ständigen Vertretung heißt, wurden die DDR-Bürger "umfassend über die Situation unterrichtet, so dass sie in die Lage versetzt wurden, ihre selbständige Entscheidung zu treffen. Alle Facetten des Problems wurden dargelegt, es wurde keinerlei Druck auf die Betroffenen ausgeübt. Zusagen zur Ausreise wurden nicht gegeben, aber die umfassende anwaltliche Betreuung wurde zugesagt. An den Gesprächen nahmen neben dem Leiter der STÄV, Dr. Bertele, Rechtsanwalt Prof. Dr. Vogel, Staatssekretär im BMB, Dr. Priesnitz, und der Vorsitzende des Berliner Kollegiums der Rechtsanwälte, Dr. Gregor Gysi, sowie Dr. Stagulla, teil."
(ND, 9./10. 9. 1989)

Aus: Sabine und Zeno Zimmerling, Neue Chronik DDR 1. Folge 2. Auflage Verlag Tribüne Berlin GmbH 1990 ISBN 3-7303-0582-4

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