"(...) Generalsekretär Krenz dankte für die Einladung und betonte, der Besuch werde die Möglichkeit bieten, über die Politik der Erneuerung und der Kontinuität in der DDR, über die vom ZK der SED in Angriff genommenen Aufgaben zu informieren, sich an Ort und Stelle mit der Entwicklung in der Sowjetunion vertraut zu machen und Fragen der weiteren Zusammenarbeit auf allen Gebieten zu besprechen. Man werde zugleich Gelegenheit haben, aktuelle Aspekte des gemeinsamen Wirkens für Abrüstung und Friedenssicherung zu erörtern. Beide Politiker bekräftigen ihre Überzeugung, dass der Schulterschluss zwischen SED und KPdSU heute wie in der Vergangenheit ein entscheidendes Element des gemeinsamen Ringens für Sozialismus und Frieden ist. (...)"
(ND, 23.10.1989)
Rund 20 000 Bürger (laut ADN, Neues Forum nennt die Zahl 50 000) demonstrieren in Plauen und fordern u. a. Reisefreiheit und Meinungsfreiheit. Oberbürgermeister Dr. Norbert Martin verspricht den Bürgern gerechtere Verteilung von Wohnungen und Umverteilung der Baukapazität der Stadt, um Plauener Probleme schneller zu lösen.
Vor der Synode der sächsischen Landeskirche in Dresden fordert Bischof Johannes Hempel die DDR-Führung auf, sich für das brutale Vorgehen von Sicherheitskräften gegen Demonstranten öffentlich zu entschuldigen. Das Dresdener Landeskirchenamt hat der Synode einen nach Augenzeugen-Aussagen zusammengestellten Bericht vorgelegt. Darin wird die Einsetzung einer unabhängigen Untersuchungskommission gefordert.Aus: Sabine und Zeno Zimmerling, Neue Chronik DDR, 2. Folge, 1. Auflage, Verlag Tribüne Berlin GmbH 1990 ISBN 3-7303-0594-8
Startseite