Auf Verfügung des amtierenden Landwirtschaftsministers der DDR sind alle personengebundenen Jagdgebiete jeglicher Art aufzulösen und damit verbundene Sonderregelungen für bestimmte Personen aufzuheben. In diesen Gebieten sollen neue Jagdgesellschaften gebildet werden. Elf Wildforschungsgebiete bleiben für wissenschaftliche Zwecke bestehen. Das staatliche Jagdgebiet Waren/Müritz wird auf die bis 1970 bestehende Fläche reduziert, als Wildforschungsreservat bewirtschaftet und zu einem Naturschutzgebiet mit zentraler Bedeutung entwickelt, Die staatlichen Jagdgebiete Märkisch Buchholz für akkreditierte Diplomaten und Johannesmühle für das Oberkommando der Westgruppe der sowjetischen Streitkräfte stehen weiterhin zur Verfügung. Die Durchführung dieser Maßnahmen soll bis spätestens 31. Dezember 1989 abgeschlossen sein.
Zum Verbot der sowjetischen Zeitschrift "Sputnik" in der DDR am 19. November 1988 heißt es in einer Erklärung der Abteilung Agitation des SED-Zentralkomitees:"Nachdem im 'Sputnik'-Heft 10/88 mehrere Artikel zum Thema 'Stalin und der Krieg', darunter ein Beitrag 'Hätte es ohne Stalin Hitler gegeben?', erschienen waren, erhielt die Abteilung Agitation des Zentralkomitees zum wiederholten Mal den Auftrag, einen Vorschlag vorzulegen, um die weitere Verbreitung solcher Veröffentlichungen in der DDR zu unterbinden. Die Abteilung unterbreitete folgenden Vorschlag:
Die Nummer auszuliefern und einen Historiker der DDR zu bitten, eine Zuschrift an die Redaktion des 'Sputnik' zu senden, in der solche Fragen wie die Rolle der Sowjetunion im Kampf gegen den Faschismus, die Arbeit der KPD im Kampf gegen Hitler, das Verhältnis der KPD zur SPD und andere aus der Sicht der SED behandelt werden.Der ehemalige Generalsekretär, Erich Honecker, wies den Vorschlag einer öffentlichen Polemik mit dem Artikel im 'Sputnik' zurück und bestimmte in diesem Zusammenhang, daß der 'Sputnik' von der Postzeitungsliste gestrichen wird.
Der Minister für Post- und Fernmeldewesen hatte damit nichts zu tun.Das ist der sachliche Vorgang, der von vielen Bürgern als Ausdruck der Entmündigung und einer ernsten Schädigung des Verhältnisses zur Sowjetunion verurteilt wurde."
(ND, 16.11.1989)
Wie das BRD-Innenministerium mitteilt, sind innerhalb von zehn Stunden 240 000 DDR-BürgerInnen in die Bundesrepublik eingereist, 654 von ihnen lassen sich als Übersiedler registrieren.
Die Urabstimmung für die Bildung eines unabhängigen Studentenrates an der Berliner Humboldt-Universität hat folgendes Ergebnis: Von den abgegebenen 6 935 Stimmen (die Sektion Marxismus-Leninismus lehnte die Teilnahme wegen missverständlicher Formulierung ab) entscheiden sich 86,9 Prozent für und 9,8 Prozent gegen eine solche Interessenvertretung. 2,7 Prozent enthalten sich der Stimme.Aus: Sabine und Zeno Zimmerling, Neue Chronik DDR, 2. Folge, 1. Auflage, Verlag Tribüne Berlin GmbH 1990 ISBN 3-7303-0594-8
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