26. November


Das Initiativkomitee zur Gründung eines autonomen Frauenverbandes der DDR wendet sich mit einem Aufruf an alle Frauen, in dem es u. a. heißt:

"In der gegenwärtigen Situation des gesellschaftlichen Umbruchs spielen die Interessen von Frauen bislang eine untergeordnete Rolle. Wir befürchten

- eine weitere Verschlechterung der sozialen Lage von Frauen

- eine erneute Ausgrenzung von Frauen bei wichtigen politischen und ökonomischen Entscheidungen.

Aber es existiert weder ein öffentliches Bewusstsein darüber noch eine angemessene politische Interessenvertretung von Frauen.

Lasst uns deshalb die Initiative ergreifen!
Frauen, organisieren wir uns!
Schaffen wir uns eine eigene Interessenvertretung!

Unser Vorschlag:

Gründen wir gemeinsam einen Frauenverband, in dem sich alle

- unabhängigen Frauengruppen und -initiativen,

- Frauenvereine und -kommissionen,

- Frauenfraktionen der Parteien und Massenorganisationen

- und jede einzelne Frau

zu einer politischen Interessenvertretung zusammenschließen, ohne ihre Eigenständigkeit aufzugeben. (...)"

8 240 FDGB-Reisen stehen den Werktätigen zusätzlich zur Verfügung, nachdem der FDGB die sonst nicht für die allgemeine Öffentlichkeit zugelassenen Gästehäuser der Organisation nunmehr als Erholungs- beziehungsweise Ferienheime freigegeben hat.


27. November


Schwarz-rot-goldene Fahnen ohne DDR-Emblem und Rufe "Deutschland einig Vaterland" bestimmen Bild und Inhalt der Leipziger Montagsdemonstration, an der sich etwa 200 000 Menschen beteiligen.

In einer Pressekonferenz gibt der Vorsitzende des Demokratischen Aufbruchs, Rechtsanwalt Wolfgang Schnur, bekannt, dass der Bürgerbewegung, die sich am 16. und 17. Dezember 1989 in Leipzig zur Partei konstituieren will, rund 10 000 eingeschriebene Mitglieder angehören, die Tendenz sei steigend.

Aus: Sabine und Zeno Zimmerling, Neue Chronik DDR 3. Folge, 1. Auflage, Verlag Tribüne Berlin GmbH 1990, ISBN 3-7303-0595-6

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