Frau und Mann sind laut Verfassung der DDR vom 9.4.1968 gleichberechtigt.
Davon ist für frau Wenig spürbar.
Was in der Verfassung und der dazugehörigen Gesetzgebung manifestiert wurde, ist eine Gleichsatzung der Frau an männlich orientierte Norm und Lebensweise.
Die Vollbeschäftigung der Frauen zu ca. 80%
d.h. Einbeziehung der Frauen in den männlichen Arbeitsrhythmus
d.h. Übernahme des männlich genormten Leistungsverhaltens
d.h. Deprivatisierung des Alltags
d.h. kinderfeindlicher Lebensrhythmus ohne die natürlichen, psychologisch wichtigen Bezugspersonen, die Eltern; in Bezug darauf die damit verbundenen Spätfolgen
Wir streben eine Quotierung an in allen Lebensbereichen, gerade auch in Haus- und Erziehungsarbeit, genau wie im politischen Sektor.
Frauen werden in den unpolitischen Bereich abgedrängt, das größte Alibi sind nach wie vor die Kinder. Eben durch oben genannte Gründe lastet auf den Frauen eine extreme Mehrfachbelastung ( Arbeit/ Kinder/ Haushalt ), womit frau ihren Anspruch auf die Bezeichnung "allseitig gebildete Persönlichkeit" noch nicht erworben hat. Es fehlt das politische und gesellschaftliche Engagement.Es ist ganz klar, die Gleichberechtigung im alten Sinne hat uns Frauen eine große Menge mehr an Arbeit und Kraft abverlangt.
Dazu sind wir nicht mehr bereit !
- Arbeitszeit und Arbeitslohn müssen zur Erziehungsarbeit bei Männern und Frauen mit Kindern in ein neues Verhältnis gesetzt werden.
- Schaffung von Frauenhäusern, Frauen-( und Mädchen- ) beratungsstellen, Bildung von Frauenkommissionen- das traditionelle Rollenbild muß im Umgang der Gesellschaft und bei der Erziehung der Kinder rigoros abgeschafft werden ( z.B. in Schulbüchern / bei positiver und negativer Bewertung aktiven oder passiven Verhaltens bei Jungen und Mädchen ) Unsere Kinder sollen eine neue Gesellschaft aufbauen; sie müssen von uns ein neues ganzheitliches Denken und Handeln lernen, auf menschlich/ gleichberechtigter Basis
- Jede und Jeder muß Sprache als Mittel der Bewußtseinsbildung einsetzen. Wir fordern Bezeichnungen für weibliche Personen und Berufe. Frauen müssen anfangen in unser Sprache überhaupt erst zu existieren ( Verfassung, Gesetzgebung, Berichterstattung in den Medien u.ä. )- Abschaffung der frauenentwürdigenden Werbung
Frauenkörper nicht mehr als Litfaßsäule für alle möglichen Bereiche in den Medien
- Rechtsbeistand bei jeder Form von Vergewaltigung oder anderen Formen von sexueller Nötigung innerhalb und außerhalb der Ehe
- Sexualerziehung vom Kindergarten an, Schluß mit einer körperfeindlichen Erziehung !Das Wichtigste, was wir jetzt lernen müssen, ist der
EIGENVERANTWORTLICHE GEBRAUCH UNSER FREIHEIT
in allen Bereichen. Diese Freiheit müssen wir uns nehmen !
Die bislang Mächtigen werden sie uns nie ernstgemeint anbieten.
| ALLES PRIVATE IST POLITISCH - | Mit diesem Satz begann die Frauenbewegung vor 20 Jahren in der BRD |
| Die Redaktion : | Regina Bankert Gabi Böhm Jutta Sarstedt Gesa Pankonin Uta Grundmann Christine RietzkeLeipzig, 13. 12.1989 |

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Frauenzeitschrift im Spannungsfeld zwischen Marilyn Monroe und Rosa Luxemburg Eine Möglichkeit, gemeinsam Frausein zu durchdenken, zu diskutieren Der brennende Wunsch, Frauenmeinung öffentlich zu machen, in dieser Zeit politischen Aufbruchs Wir wollen Verantwortung nicht länger nur den Männern überlassen Erfahrungsaustausch, der stärken soll ! Wo ist die Solidarität unter Frauen ? |
| Kontaktadresse : | Christine Rietzke Leipzig 7010 |