Startseite

DIE NELKEN

Als Reaktion auf das Arbeitstreffen der VL am 25./26. 11. 1989 in Berlin, gründete sich die "DIE NELKEN" am 13. Januar 1990 in Berlin als marxistische Partei.
Als offizielle Gründungstermin wurde der 15. Januar genannt, der Todestag von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg.

Auf dem Arbeitstreffen der VL waren Bestrebungen nach einer strafferen Organisation vehement abgelehnt worden. DIE NELKEN waren zunächst assoziiertes Mitglied der Vereinigten Linken. Sie lösten sich aus der VL im Vorfeld der Volkskammerwahlen aus wahlrechtlichen Gründen. Sie erhielten z.B. dadurch eigene Fernsehwerbezeit.

Auf der Gründungsversammlung wurde ein Programm und Statut verabschiedet. Außerdem wurde eine intensive Beschäftigung mit den Schriften von Bernstein, Gramsci, Kautsky, Levi, Liebknecht, Luxemburg, Plechanow und Trotzki angekündigt.

In ihrer Satzung benannten sie: "Ziel der marxistischen Partei ist die Unterstützung des gesellschaftlichen Fortschritts, die Gestaltung antimonopolistischer, demokratischer und sozial gerechter Gesellschaftsverhältnisse in der DDR. Als wichtigste Grundlage sieht sie die weltweite Herstellung und Sicherung des Friedens und die Beseitigung der Ursachen des Hungers, vor allem in den wirtschaftlich schwach entwickelten Ländern. Unsere Partei lehnt es ab, zur Durchsetzung ihrer Politik Gewalt anzuwenden. Sie setzt sich für die Lösung aller Menschheitsprobleme und für das Selbstbestimmungsrecht jedes Volkes, das heißt für die freie Wahl seines Gesellschaftssystems ein. Die Freundschaft mit allen Völkern, unabhängig von ihren Gesellschaftssystemen, ist grundlegender Wert für unsere Partei, um Konflikte mit politischen Mitteln zu lösen und die Entmilitarisierung der Welt zu erreichen."

Gründungsmitgliedern waren u.a. Reiner Bartscher, Michael Czollek, Jörg Delenk, Brigitte Kahnwald, Barbara Uebel und Jürgen Wagner.

Zur Vorsitzenden wurde Brigitte Kahnwald und zu Stellvertreter Michael Czollek und Reiner Bartscher gewählt.

DIE NELKEN gingen mit der VL ein Wahlbündnis zur Volkskammerwahl im März 1990 ein. Zur Landtagswahl im Oktober 1990 gingen sie in Thüringen ein Wahlbündnis mit der PDS ein. Zur Bundestagswahl im Dezember 1990 kandidierten sie alleine.