18.12.1989
NEUES FORUM - Berlin
zur Bildung eines gemeinsamen deutschen Staates
Das sollte uns nicht den Blick davor verschließen, dass beide deutsche Staaten in besonderer Weise - kulturell, geschichtlich sprachlich, familiär - zueinander in Beziehung stehen.
Die Aufständischen von 1848, 1918, der antifaschistische Widerstandskampf, die Betriebsräte-Bewegung in den Besatzungszonen, die Solidarität der WestBerliner und der WestDeutschen mit den Aufständischen des 17. Juni 1953 und den Flüchtlingen nach dem 13. August 1961 sind Beispiele einer anderen deutschen Tradition und einer Solidargemeinschaft von unten.
Wiedervereinigung bedeutet ein Deutschland in den Grenzen von 1937!
Vereinigung jetzt bedeutet für einige schnellen Wohlstand, für viele aber Arbeitslosigkeit, Verzicht auf Mitbestimmung, Mietwucher und darüber hinaus Legalisierung rechtsextremer und neofaschistischer Parteien und Organisationen.
- totale Entmilitarisierung und Neutralität
- Abschluss eines Friedensvertrages
- Garantie der Oder-Neiße-Grenze
- soziale Sicherheit für alle, Recht auf Arbeit, Recht auf Wohnraum
- Demokratisierung, betriebliche und kommunale Mitbestimmung
- gerechte Wirtschaftsbeziehungen zu den Ländern der Dritten Welt.
Erst, erwachsen werden, dann heiraten!
Für den Berliner Sprecherrat des NEUN FORUM:Ingrid Köppe, Uwe Radloff, Gabriele Kleiner, Reinhard Schult, Ingrid Brandenburg, Julia Hamburger, Martin Gaber, Bernd Albani, Klaus Brandenburg, Marianne Tietze
aus: Das Neue Forum - Selbstportrait einer Bürgerbewegung, Demokratiebewegung in der DDR, Materialien zur gewerkschaftlichen Bildungsarbeit, DGB-Bundesvorstand, Abt. gewerkschaftliche Bildung, ohne Ort und Datum