Für unser Land
Die INITIATIVE VEREINIGTE LINKE stimmt in vollem Wortlaut mit dem Appell "Für unser Land" überein. Deutlich formulierten die Unterzeichner des Appells am 26. November 89 die Gefahr des "Ausverkaufs unserer materiellen und moralischen Werte" und der Vereinnahmung der DDR durch die BRD.Mit dem "10-Punkte-Programm zur Deutschlandpolitik" von Bundeskanzler Kohl, wird deutlich, daß die BRD-Wirtschaftsbosse versuchen werden, im wahrsten Sinne des Wortes Kapital aus den DDR-Betrieben zu schlagen. Die derzeit in der BRD Herrschenden rechnen sich gute Chancen aus, auf diese Weise unser Land so auch schrittweise politisch einzuverleiben. Wenn darin von der Konföderation zur Föderation geschritten wird, soll die DDR sich schließlich zum 11. Bundesland erklären - natürlich "völlig demokratisch und in freier Wahl".
Worauf bauen CDU und Großkapital?Sie nutzen die wirtschaftliche Krise in der DDR aus und rechnen darauf, daß in der DDR - und vor allem von ihrer Regierung - die Kapitalhilfeangebote als rettender Strohhalm gesehen werden. Mit ultimativen Bedingungen, geschicktem Taktieren und Vorzugsangeboten ist dann immer mehr Einfluß zu gewinnen.
Sie mißbrauchen in der gegenwärtigen Umbruchssituation die nationalen Gefühle in beiden Ländern durch ihre verschwommene Wiedervereinigungsdemagogie. Sie machen die Abrechnung mit dem Stalinismus in unserem Land zu ihrem Instrument und propagieren das Ende des Sozialismus.Dieser Boden ist ihnen mit der Vereinnahmung der sozialistischen Perspektive durch die neostalinistische Politbürokratie in der DDR bereitet worden. Die DDR wird sich nur als nunmehr zu verwirklichende sozialistische Alternative gegen die kapitalistische Herausforderung behaupten können. In dem Maße, wie die DDR freier, demokratischer, sozialer, gerechter, wirtschaftlich leistungsfähiger, ökonomisch und ökologisch rationaler zu werden beginnt als jedes kapitalistische Land, wird sie ihre Existenz und ihre sozialistische Perspektive auch im Rahmen selbstbewußter Wirtschaftskooperation mit westlichen Ländern stärken. Erfolgt diese Kooperation durch technokratische Wirtschaftsreformer, denen die Verwirklichung von Volkssouveränität, Mitbestimmung und schließlich Selbstverwaltung eher als Störfaktor denn als Voraussetzung des Sozialismus anmutet, so wird der Ausverkauf unseres Landes beginnen.
Wir erklären uns ausdrücklich- für eine vertraglich auszugestaltende Verantwortungsgemeinschaft beider deutscher Staaten für Frieden und Zusammenarbeit in ganz Europa in der Welt;
- für die uneingeschränkte Anerkennung der Souveränität zweier deutscher Staaten einschließlich deren Staatsbürgerschaft;- für den Ausbau der politischen und wirtschaftlichen Zusammenarbeit beider deutscher Staaten auf dieser Grundlage;
- für die sozialistische Perspektive der DDR und- gegen die Wiedervereinigungskampagne seitens der BRD.
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MTI-MH