DDR 1989/90Brandenburger Tor


EWA-Zentrum Prenzlauer Berg

"ERSTER WEIBLICHER AUFBRUCH"

Das EWA-Zentrum Prenzlauer Berg versteht sich als ein politisch orientiertes Frauenzentrum mit basis-demokratischem Charakter. Wir wollen mit einer spezifischen Arbeit in unseren Möglichkeiten dazu beitragen, ein Problembewusstsein hinsichtlich der realen gesellschaftlichen Stellung von Frauen und Männern in der DDR zu schaffen.

Wir wollen gesellschaftliche Veränderungen bezüglich der realen Gleichstellung und Gleichwertigkeit von Frauen und Männern einfordern. Wir wollen in unserem Zentrum Frauen helfen, Fähigkeiten zu erlangen, ihre reale Situation zu erkennen, ihre spezifischen eigenen Bedürfnisse und Wünsche zu artikulieren, und uns bemühen, daraus abgeleitete Absichten und Forderungen zu realisieren.

In dieser Hinsicht wollen wir als koordiniertes Mitglied des UFV wirksam werden, indem wir Basisarbeit für den UFV leisten. Wir wollen Fragen, Probleme und Ideen von Frauen aller sozialen Schichten erfassen, verallgemeinern und in die Arbeit des Verbandes einbringen, aber auch selbst durch aktive und reaktive Medienarbeit öffentlich machen. Dazu wollen wir enge Verbindungen knüpfen mit Einrichtungen und Produktionsstätten des Stadtbezirks Prenzlauer Berg mit frauentypischen Beschäftigungsstrukturen. Wir wollen mit anderen Frauengruppen aus der DDR und aus Berlin, speziell mit politisch orientierten Gruppen aus dem Stadtbezirk Prenzlauer Berg zusammenarbeiten.

Um diese Ziele praktisch angehen zu können, planen wir die Konstituierung des EWA-Zentrums als öffentlichen Anlauf-, Treff- und Konsultationspunkt im Stadtbezirk Prenzlauer Berg, der täglich rund um die Uhr geöffnet ist. Die Festlegung des zukünftigen Standortes wird z.Z. mit dem örtlichen Rat, Abt. Kultur verhandelt. Möglichkeiten der Finanzierung sind noch weitgehend ungeklärt.

Das EWA-Zentrum will allen Frauen mit ihren Kindern und/oder Partnern folgende Möglichkeiten bieten:

1. ein behindertengerecht ausgestattetes Frauen- und Kindercafé, in dem neben zwanglosen Begegnungen auch frauenpolitische, wissenschaftliche und kulturelle Veranstaltungen stattfinden wie

- Lesungen, Problemdiskussionen, Vorträge,
- Ausstellungen,
- Filme und Videos zu Frauenproblemen,
- Infozentrum;

2. juristische, psychologische und medizinische Beratung mit regelmäßigen Sprechzeiten;

3. verschiedene Selbsterfahrungsangebote für Frauengruppen und Selbstverteidigungskurs;

4. Arbeitsgruppen zu den verschiedensten Problemkreisen (z.B. Alleinerziehende; Wohnumfeld; Sexismus im Alltagsbewusstsein; etc.);

5. Leseraum mit Handbibliothek;

6. Gewährleistung von Kinder- und Säuglingsbetreuung während der Veranstaltungen;

7. Anlaufpunkt für Berliner Caritas-Krisenhäuser bzw. noch zu schaffende Krisenhäuser. Dazu wollen wir möglichst eine Notunterkunft für zufluchtsuchende Frauen schaffen als Übergangslösung bis zur Weitervermittlung an Krisenhäuser;

8. Babysittervermittlung;

9. Vermittlung von Frauenärztinnen, Rechtsanwältinnen und Psychologinnen;

10. Koordinierung einer Nachtbereitschaft für ganz Berlin mit anderen Zentren.

Die Teilnahme von Männern an spezifischen, ausgewählten Arbeitsgruppen und Veranstaltungen ist möglich.

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