Mi. 24. Januar 1990


Pläne für ein gemeinsames Projekt mit der DDR-Autoindustrie zum Bau eines neuen Wagens hat ein Sprecher der Volkswagen AG am Mittwoch gegenüber ADN bestätigt. Die vom VW-Vorsitzenden Dr. Carl H. Hahn gegenüber der Londoner "Financial Times" genannte Investitionssumme von etwa, fünf Milliarden DM für ein solches Projekt mit einer Jahreskapazität von 250 000 PKW sei eine "Richtgröße", die nach den bisherigen Erfahrungen für ein Vorhaben dieser Größenordnung notwendig sei. VW werde die Investitionen jedoch nicht allein aufbringen, dies sei nur mit einem Joint venture möglich.

Der Aufbau eines solchen Werkes, so betonte der VW-Sprecher, benötige einschließlich der Entwicklung der Fahrzeuge zwischen vier und sechs Jahren.
(Neues Deutschland, Do. 25.01.1990)

Ein Stadtjugendrat konstituierte sich in Dessau.

In Berlin bildet sich ein "Verband der Kulturarbeiterinnen" und der "Spediteurverband der DDR".

Großer Medienandrang in der Waldsiedlung Wandlitz. Gebäude der Siedlung sollen als Rehabilitationszentrum dienen.

Erstes Treffen leitender Bibliothekare aus der DDR und der BRD im Stadtteil Reinhardsbrunn in Friedrichroda. Es wird vereinbart, noch vor der Volkskammerwahl ein Konzept für die Zusammenarbeit vorzulegen.

Die 43. Tagung der Paritätischen Regierungskommission DDR-UdSSR geht in Berlin zu Ende.

Die DDR verzichtet auf die Zählkarten bei einreisenden Bürgern aus der Bundesrepublik und Westberlins.

In Berlin fordert die Senatorin für Soziales, Ingrid Stahmer, Angesicht der nicht nachlassende Übersiedlung aus der DDR, eine Abschaffung des Bundesvertriebenengesetzes. Es soll ein Abschlussgesetz für den Übergang geben. Eine Übersiedlung soll dann ein ganz normaler Umzug sein. Gleiche Bedingungen für alle, lautet ihre Forderung.

Der Rat der Europäischen Gemeinschaft (EG) erteilt der EG-Kommission ein Mandat für den Abschluss eines Handels- und Kooperationsabkommens zwischen der EG und der DDR. Die Verhandlungen sollen im ersten Halbjahr 1990 abgeschlossen sein.

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