Mo. 5. März 1990


15. Sitzung des Zentralen Runden Tisch in Berlin. Link zu einem Bericht über die Sitzung.

Ab 05.03.1990 vertrieben die westdeutschen Verlage ihre Produkte eigenständig und nicht über verlagsunabhängige Grossisten.

Die Unabhängige Untersuchungskommission der Stadtverordnetenversammlung der Stadt Dresden, zur Untersuchung der "Handlungen der Schutz- und Sicherheitsorgane im Zusammenhang mit den Ereignissen vom 03.10.89 bis 10.10.89 in Dresden", legt ihren Abschlussbericht vor. Er wird auch dem Präsidium der Volkskammer, dem Minister des Innern und dem Generalstaatsanwalt übergeben.

In Falkenberg wird gegen die Übungsflüge vom sowjetischen Flughafen Lönnewitz aus demonstriert.

Nachdem in Leipzig am Vormittag Menschen mit Behinderung und ihre Angehörigen demonstriert haben, findet die obligatorischen Montagsdemonstration am Abend statt.

Vor dem Karl-Marx-Monument versammeln sich wie jeden Montag Bürger. Es werden keine Reden mehr gehalten. Letzte "Montagsdemonstration" in Karl-Marx-Stadt.

Letzte Montagsdemo in Bernburg (Saale).

Demonstriert wird auch in Neuruppin und Werdau.

Anstelle der Wiederholung der Nachrichtensendung "Aktuellen Kamera" von Vorabend wird am Vormittag die "AK am Morgen" gesendet.

Die grün-lila Wahlkarawane macht Station in Wolgast.

Die "Allianz für Deutschland" ist in Rostock mit Wahlkampf zugange.

Wahlkampfauftritt in Frankfurt von Norbert Blüm von der bundesdeutschen CDU.

In Berlin eröffnet die KPD ihr Zentrales Wahlkampfbüro.

In Berlin wurde der Verband der Hebammen gegründet.

Mit einem Info-Mobil fährt die Berliner Commerzbank auf dem Berliner Alexanderplatz auf.

Eine offizielle Zulassung einer Repräsentanz von den DDR-Behörden hat die BHW-Unternehmensgruppe in Hameln erhalten. Ab 01.04.1990 wird es im Berliner Hotel Metropol eine Anlauf- und Auskunftsstelle geben. Danach soll eine DDR-weite Vertriebsorganisation aufgebaut werden.

In Berlin führen die Delegationen des Börsenvereins der Deutschen Buchhändler zu Leipzig und des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels Frankfurt/Main Gespräche.

Eine Abteilung des Bundeskartellamtes soll zukünftig zuständig sein für alle Fragen im Zusammenhang mit Kooperationsvereinbarungen zwischen Betrieben in der DDR und der BRD und mit der Einschränkung der allgemeinen Genehmigung der Deutschen Bundesbank für Direktinvestitionen und Repräsentanzen in der DDR.

2. deutsch-deutsches Expertengespräch zur Vorbereitung der Währungsunion und Wirtschaftsgemeinschaft. Die DDR übergibt ein "Konzept der Voraussetzungen, Bedingungen und Maßnahmen zur Bildung einer Währungsunion und Wirtschaftsgemeinschaft zwischen der DDR und der BRD sowie der Einführung der D-Mark als einheitliche Währung zu einem Stichtag".

Das 1. Gespräch fand am 20.02. und das Abschlussgespräch am 13.03.1990 statt.

Nach Auffassung der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Juristinnen und Juristen haben die Bundesbürger Anspruch auf eine Volksabstimmung über die Form der Vereinigung beider deutschen Staaten. In beiden deutschen Staaten soll in laufe des Jahres eine Volksabstimmung stattfinden. Drei Modelle sollen zur Abstimmung kommen: eine Konföderation beider deutscher Staaten, die Auflösung von Bundesrepublik und DDR mit der Bildung eines "Gesamtstaates Deutschland" und einer neuen gesamtdeutschen Verfassung sowie die Vergrößerung der Bundesrepublik um das Gebiet der DDR.

Schreiben von Gregor Gysi an die Bürger und Bürgerinnen

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