So. 1. Oktober 1989


Peter Boeger, Elise Catrain (Hg.): Stasi in Dresden Die Geheimpolizei im DDR-Bezirk schreiben 2006:

Allein 500 DDR-Bürger belagerten am Abend des 1. Oktober 1989 den Bahnhof von Reichenbach. Die jungen Männer sprangen gemeinsam auf den ersten Sonderzug auf und gelangten auf diesem Wege in die Bundesrepublik. Dem MfS und seinem dichten Überwachungsnetz entging dies völlig. In den Stasi-Unterlagen deutet nichts auf diese spektakuläre Flucht hin – klare Anzeichen einer Erosion der Macht.


[Mit junge Männer sind Discobesucher gemeint, die dort erfuhren, dass DDR-Bürgern mit Zügen über die DDR in die BRD ausreisen dürfen. Sie machten sich sogleich nach Reichenbach auf.]


Die Initiativgruppe zur Gründung einer Sozialdemokratischen Partei in der DDR trifft sich im Sprachenkonvikt in Berlin, um die bevorstehende Gründung vorzubereiten. Es ist die letzte Sitzung vor der Gründung. Es wird verabredet bis zur Gründung möglichst unterzutauchen.

Es wird eine Gründungsurkunde mit dem Datum vom 02.10. verfasst. Sie sollte Journalisten zugespielt werden, falls die Gründung am 07.10. verhindert werden sollte.

Auf der Greenway-Konfernz in Berlin-Friedrichsfelde bildet sich eine Gründungsinitiative für eine Grüne Partei.

Wegen Überfüllung müssen sich die übrigen Besucher der Auferstehungskirche in Dresden im Hof versammeln. Thema ist der geplante Bau eines Reinstsiliziumwerkes in Dresden-Gittersee und der Protest dagegen.

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