Di. 3. Oktober 1989


Anzeige über die feierlichkeiten zum 40zigsten Jahrestag der DDR
(Anzeige Neue Zeit, Di. 03.10.1989)

Rechtsanwalt Gregor Gysi verfasst im Auftrag der Anmelderinnen des Neuen Forum, Bärbel Bohley und Jutta Seidel, eine Eingabe an das Ministeriums des Innern wegen Nichtzulassung. Die Pressestelle des Innenministeriums teilt am 31.10.1989 die Prüfung der Eingabe mit.

Dem Gründungsmitglied des Neuen Forum, Martin Böttger, wird bei einem Gespräch mit dem Rat des Bezirks Karl-Marx-Stadt mitgeteilt, das Neue Forum wird für den Bezirk nicht zugelassen, da kein gesellschaftlicher Bedarf bestehe. In der Johanniskirche unterrichtet er den Anwesenden über das Gespräch.

Nach einem Gottesdienst in der Johanniskirche in Karl-Marx-Stadt für die Inhaftierten in Leipzig findet eine Diskussion über die Folgen der Nichtzulassung des Neuen Forum statt.

Der Deutschlandfunk sendet ein Interview mit Werner Fischer von der Initiative Frieden und Menschenrechte. Er fordert darin eine Volksabstimmung über eine neue Verfassung und den Rücktritt der Regierung. Es soll eine Regierung gebildet werden, die alle gesellschaftlichen Kräfte repräsentiert.

Das erste Teilstück des Stromverbundes zwischen der Deutschen Demokratischen Republik und der Bundesrepublik Deutschland wird übergeben. Stromlieferungen in die DDR sind ab Januar 1990 vorgesehen.

Die polnische Regierung erklärt, keine DDR-Bürger mehr zwangsweise in die DDR abzuschieben.

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