Sa. 7. Oktober 1989


In der gesamten Republik finden Veranstaltungen und Feste zum 40. Jahrestag der Gründung der DDR statt. Auf der Berliner Karl-Marx-Allee führt die NVA eine Parade durch, in Rostock eine Flottenparade.

Wegen des großen Andrangs müssen gleich zwei Veranstaltungen in der Erfurter Kaufmannkirche durchgeführt werden.

In einem Telegramm der BV Halle an das MfS Berlin heißt es:

"Am 7. 10. 1989 befanden sich im Jugendhaus Halle insgesamt noch 78 Strafgefangene wegen Verweigerung der Arbeitsaufnahme zur Erzwingung ihrer Ausreise in teilweiser Isolierung.

Bei den Strafgefangenen, die ihre Bereitschaft zur Arbeitsaufnahme erklärten, dominiert Abwartehaltung und Zweckverhalten, so dass davon ausgegangen werden muss, dass mit Arbeitsbeginn am 9. 10. 1989 die Anzahl der Arbeitsverweigerer sich auf mindestens 144 belaufen wird.

Die Maßnahme der teilweisen Isolierung und zur Unterbindung der Kontaktaufnahmen der Arbeitskommandos wurden fortgesetzt."

Vertreter von 26 Fachgruppen "Stadtökologie" treffen sich in Potsdam. Eingeladen dazu hat die Arbeitsgemeinschaft für Umweltschutz und Stadtgestaltung aus Potsdam. Besprochen wird eine weitere Vernetzung und die Schaffung von überregionale Projektgruppen zu Umweltthemen.

An die Regierung der DDR wird ein Offener Brief vom 02.10. der Bürgerinneninitiative "Frauen für Veränderung" Erfurt übergeben. In dem Brief werden neue Möglichkeiten einer aktiven Mitgestaltung in allen Lebensbereichen gefordert. Es wird gefordert, Menschen, die Veränderung wollen nicht mehr zu kriminalisieren. Betroffenheit wird über die Massenauswanderung geäußert und Empörung über die Reaktion von Partei und Regierung darauf.

Lesben und Schwule rufen zur Gründung eines "rosa-lila Forums" auf.

Der Arbeitskreis Solidarische Kirche hält in Magdeburg seine Vollversammlung ab.

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