Di. 24. Oktober 1989


In einem Schreiben an die 1. Sekretäre der Bezirks- und Kreisleitungen der SED werden die Parteimitglieder aufgefordert das politische Gespräch und den Dialog mit allen Bevölkerungsschichten zu führen. Es gilt die gesamte Partei in die Offensive zu führen. Alle Problem sind mit politischen Mittel zu lösen.

In der Marienkirche in Anklam wird während der Versammlung "Zum Frieden in der Welt und der Zukunft in unserem Lande", eine Resolution von Beschäftigten aus Betrieben verlesen. Anschließend kommt es zu einer Demonstration. Daran schließt sich eine Dialogveranstaltung im Kulturraum des Tiefbaukombinats an.

In Lychen (Kreis Templin) findet ein Schweigemarsch statt. Anschließend kommt es zu einem Gespräch mit dem stellvertretenden Bürgermeister.

Auch im Meißen findet nach einer Demonstration von rund 6 000 Personen ein Gespräch mit dem Bürgermeister statt.

Bei der Demonstration in Meinigen wird u. a. "Stasi in die Produktion" gerufen. Beginn der wöchentlichen Demonstration.

Demonstriert wird auch in Nordhausen und Weimar.

In der Klosterkirche in Bad Klosterlausnitz wird das Neue Forum vorgestellt, mit anschließender Diskussion. Auch hier muss wegen des großen Interesses in einen größeren Raum umgezogen werden.

Während eine Zusammenkunft in Steinkirchen in Lübben stellt sich das Neue Forum vor. Gefordert wird der Beginn eines Dialogs mit der Staatsmacht.

In einer Privatwohnung wird der Ortsverband Berlin-Altglienicke der SDP gegründet.

Die "Initiativgruppe Leipziger SDP" gründet sich.

Link Gespräch Bärbel Bohley mit Wolf Biermann.

In Bonn spricht Alexander Schalck-Golodkowski mit den BRD-Ministern Rudolf Seiters und Wolfgang Schäuble über einen ungebundenen Kredit für die DDR und die Bonner Beteiligung an den Kosten für die Reisen von DDR-Bürgern in die BRD. Von DDR-Seite werden Reiseerleichterungen und eine umfassende Zusammenarbeit auf allen Ebenen in Aussicht gestellt.

Vor der Presse äußert der US-Präsident, George Bush, er befürchte nicht, dass die Bundesrepublik für die deutsche Einheit ein neutralen Weg einschlägt. Die Bindung zur NATO sei unerschütterlich. Die deutsche Einheit solle nicht forciert werden, sie brauche Zeit.

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