Di. 31. Oktober 1989


Dienstanweisung zur Sicherung der Dienstobjekte

Ihr erstes Gespräch zu Umweltfragen haben am Dienstag Experten aus Dresden und Hamburg in Dresden aufgenommen.
(Neues Deutschland, Do. 02.11.1989)

FDGB-Vorsitzender Harry Tisch kündigt seinen Rücktritt auf der Fortsetzung der 10. Tagung des FDGB-Bundesvorstandes am 2. November an.

Nach einer kirchlichen Veranstaltung erfolgt in Zittau ein Schweigemarsch von rund 3 000 Personen zur SED-Kreisleitung.

In Bautzen versammeln sich ca. 1 000 Bürger.

Demonstriert wird auch in Bad Salzungen, Berlin, Neuhaus, Schmalkalden, Stadtroda, Stralsund und Zschopau.

Die Aufhebung des Sperrgebiets an der Grenze zu Bayern wird auf einer Kundgebung in Lobenstein/Saale gefordert.

In der Neptun-Werft in Rostock versammeln sich am Abend rund 1 200 Belegschaftsangehörige.

An einer Veranstaltung im Haus der Jugend und Sportler in Leipzig nehmen u. a. der Oberbürgermeister und Mitglieder des Neuen Forum teil. Die Bezirksverwaltung Leipzig des MfS bericht: "Die Diskussion war sehr aggressiv, die vorgetragenen Forderungen wurden oft von stürmischen Beifall begleitet."

Forderungen und Meinungsäußerungen sind u. a. "Weg mit der SED", "Gebt das Machtmonopol auf", "Ihr habt das recht verwirkt, unser Volk zu regieren", "Ihr habt abgewirtschaftet". Es wird die unverzügliche Zulassung des Neuen Forum und den Rücktritt des Oberbürgermeisters gefordert.

In der überfüllten Nikolaikirche in Wismar stellt sich das Neue Forum vor und informiert über seine Ziele.

In der Johanneskirche in Neubrandenburg findet ein Treffen des Neuen Forum statt.

Zur 3. Informationsveranstaltung des Neuen Forum nahe Pritzwalk (Bezirk Potsdam) kommen rund 1 000 Menschen.

In Plauen bildet sich eine Arbeitsgruppe Ordnung, Sicherheit und Recht. Sie stellt sich die Aufgabe, die Geschehnisse um den 07.10. in Plauen aufzuklären.

Während einer kirchlichen Veranstaltung mit 300 Teilnehmern wird in Glienicke, Kreis Oranienburg die SDP vorgestellt.

Die von der SDP herausgegeben "Depesche" erscheint zum ersten und einzigen Mal.

Nach Angaben des Statistischen Amtes der DDR betrugen die "Auswanderungsverluste der DDR gegenüber der BRD" im Oktober 34 247 Personen.

Beim Senat in Westberlin wird eine Arbeitsgruppe zur Vorbereitung auf die Grenzöffnung in Berlin eingerichtet. Es wird von einer Grenzöffnung im Dezember ausgegangen.

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