Auf der Volkskammersitzung werden von den Abgeordneten Fragen an die Regierung gestellt, wer Verantwortung trägt für die Politik der vergangenen Jahre, so, als ob sie selber damit nichts zu tun gehabt hätten.
Nachdem Erich Mielke ihn seiner Rede sagte: "Wir haben Genossen, liebe Abgeordnete einen außerordentlich hohen Kontakt mit allen Werktätigen Menschen, in überall, [Gelächter] ja wir haben einen Kontakt, ja wir haben einen Kontakt, ihr werd gleich hören warum. Ich fürchte mich nicht ohne Rededisposition hier Antwort zu stehen. Auch nee Demokratie. ...,"
(...)
meldete sich ein Abgeordneter zu Wort. "Zur Geschäftsordnung! Ich bitte doch endlich dafür zu sorgen, in dieser Kammer sitzen nicht nur Genossen". Danach fielen von Mielke die bekannten Worte: "Ich bitte um Verzeihung, das ist doch nur eine natürliche, menschliche Sache. Das ist nur eine formale Frage. [Zwischenrufe Nein] Ich liebe, ich liebe doch alle, [Lachen] alle Menschen. Ich liebe doch, ich setze mich doch dafür ein. Ich bitte um Verständnis wenn ich das gemacht haben sollte. Dann bitte ich um Verzeihung für diesen Fehler."
Als Erich Mielke weiter ausführt: "Viele einfache und weitere bis zu Direktoren haben uns vieles mitgeteilt über Unzulänglichkeiten, für die wir gar nicht alle zuständig waren, aber liebe Abgeordnete, wir haben alles entgegengenommen, um darüber bei den zuständigen Stellen zu berichten, dass eine solche Lage vorhanden ist. Und das haben wir getan, von Anfang an unseres Bestehens bis zum heutigen Tage. Wir haben das getan, um alle Unzulänglichkeiten, manchmal von ganz kleinen Dingen nur, bis zu den größten, die haben wir gemeldet. Wir haben aufgezeigt die Schwierigkeiten, die entstehen mit der Republikflucht, mit dem Verlassen der Republik. Wir haben aufgezeigt, wie viel Ärzte die Republik verlassen, haben aufgezeigt, wie viel Lehrer verlassen die Republik."
(...)
"Also wir haben berichtet über diese ganzen Fragen. Wir haben auch Vorschläge gemacht", kamen Zwischenrufe "Wo" und "Aber nicht den Abgeordneten".
Werte Abgeordnete!
Zunächst möchte ich einmal klarstellen, was unsere Mitarbeiter im Ministerium für Staatssicherheit gegenüber den Werktätigen, gegenüber unserem Volk für Verpflichtungen haben. Wir sind Söhne und Töchter der Arbeiterklasse, der Werktätigen und kommen aus allen Schichten - einfache und gebildete und wissenschaftliche Mitarbeiter. Wir vertreten die Interessen der Werktätig. Das ist unser oberster Auftrag der Volkskammer, und dem sind wir immer - und haben uns auch immer bemüht - gerecht geworden. Das war nicht immer leicht und wurde unter schwierigen Bedingungen durchgeführt.
Wir haben, Genossen, liebe Abgeordnete, einen außerordentlich hohen Kontakt zu allen werktätigen Menschen.
(Heiterkeit)
Ja, wir haben den Kontakt. Ihr werdet gleich hören warum. Ich fürchte mich nicht, ohne Rededisposition hier Antworten zu stehen. Auch eine Demokratie. Ich habe kein Referat vorher fertig gemacht.
Wir haben erst einmal den Auftrag gehabt, als Allerwichtigstes, alles aufzudecken, was sich gegen den Frieden richtete. Und wir haben hervorragende Informationen geliefert, die die Entwicklung soweit brachten, wie wir sie heute haben, Genossen, nicht nur für die DDR, sondern für das sozialistische Lager.
Zweitens, ich sage es nur kurz, eine der wichtigsten Aufgaben war die Stärkung unserer sozialistischen Wirtschaft. Und wenn ihr mich fragen würdet, ihr werdet sehen im Saal werden viele zustimmen, dass unsere Mitarbeiter Hervorragendes auf diesem Gebiet leisten. Und mehr möchte ich doch wohl dazu nicht sagen müssen. Wir haben Hervorragendes, Genossen, geleistet, unsere Arbeit gemacht zur Stärkung der Volkswirtschaft.
(Zuruf: Zur Geschäftsordnung: Ich bitte doch. endlich dafür zu sorgen. In dieser Kammer sitzen nicht nur Genossen.)
(Beifall)
Ich bitte, das ist doch nur eine formale Frage.
(Missfallensäußerungen)
Ich liebe doch alle Menschen ...
(Gelächter)
Ich setze mich dafür ein. Also ich bitte um Verständnis. Wenn ich das gemacht haben sollte, dann bitte ich um Verzeichnung für diesen Fehler.
Aber Jetzt kommt noch eine andere Wahrheit neben diesen beiden. Viele Menschen, einfache und andere, bis zu Direktoren haben uns vieles mitgeteilt über Unzulänglichkeiten, für die wir gar nicht zuständig gewesen wären. Aber, liebe Abgeordnete, wir haben alles entgegengenommen, um darüber bei den zuständigen Stellen zu berichten, dass eine solche Lage vorhanden ist. Das haben wir getan, von Anfang an seit unserem gestehen bis zum heutigen Tage. Wir haben das getan. Alle Unzulänglichkeiten, manchmal von ganz kleinen Dingen nur bis zu den größten, haben wir gemeldet. Wir haben die ganzen Schwierigkeiten aufgezeigt, die entstehen mit der Republikflucht, mit dem Verlassen der Republik. Wir haben aufgezeigt, wie viel Ärzte die Republik verlassen, haben aufgezeigt, wie viel Lehrer die Republik verlassen. Wir haben, Genossen, ich weiß nicht, soll ich hier die Wahrheit sagen oder nicht, berichtet über diese ganzen Fragen.
(Zuruf Wo?)
Wir haben Vorschläge gemacht an die Stelle, der ich verpflichtet bin als Minister für Staatssicherheit zu berichten, an die betreffenden Genossen, die ein bestimmtes Arbeitsgebiet haben. Die haben die Fragen bekommen, für die sie zuständig sind, die anderen die anderen.
(Zuruf: Konkret!)
Aber gestattet doch mal, was heißt konkret? Natürlich könnte ich alle Namen nennen. Die kann ich doch nicht alle jetzt aufführen, wohin wir unsere Informationen gegeben haben. Aber wir haben sie gegeben. Glaubt mir doch, wir haben sie gegeben.
Wir haben etwas gemacht, was der Abgeordnete dort anfragte. Wir haben tatsächlich so, wie er es beschrieben hat, auch gearbeitet. Wir haben auf vieles aufmerksam gemacht, was heute hier besprochen wurde. Das einzigste ist, dass vieles, was wir gemeldet haben, nicht immer berücksichtigt wurde und nicht eingeschätzt wurde.
(Zuruf: Von wem?)
Und ich kann hier einmal sagen, dass wir sogar auf Konferenzen aufgetreten sind und gesagt haben: Die Bitte unserer Genossen besteht darin, werte Abgeordnete, - zu den Betreffenden -, dass man unsere Informationen ernst nimmt und sie auswertet, soweit sie auswertbar sind, und dass man Veränderungen schafft. Und wir haben die Einstellung gehabt, auch darauf zu achten, dass das, was gemeldet wurde, was unzulänglich ist, sich verändert. Auch darauf haben wir geachtet.
Wir haben also in dieser Beziehung tatsächlich das Wichtigste gesehen: Erhaltung des Friedens, Stärkung der Wirtschaftskraft unserer Deutschen Demokratischen Republik, darauf zu achten, dass unsere Werktätigen ihre Sorgen und Nöte mitteilen können. Viele wissen doch, dass sie mit uns gesprochen haben, damit wir das weitergeben können, damit das Beachtung findet. Wir haben in dieser Beziehung versucht, nach der Verfassung und nach den bestehenden Gesetzten einwandfrei zu arbeiten.