DDR 1989/90Brandenburger Tor

Abkürzungen C

CA Chemieanlagen

Sowjetskaja Armia (Abkürzung auf Sowjetischen Militärfahrzeugen)
CAB Chemieanlagenbau
CAK Christlicher Aktionskreis
CAL Chemieanlagen Leipzig
Cbs Cottbus (auch Cs oder Ctb abgekürzt)
CDA Christlich-Demokratische Arbeitnehmerschaft
CdC Club der Chemiearbeiter
CDJ Christlich-Demokratische Jugend (gegründet am 09.11.1989, der CDU nahestehend. Mitgliedschaft ab 14 Jahren bis zur Vollendung des dreißigsten Lebensjahres möglich. Die stellvertretende Vorsitzende der CDJ, Cordula Schubert, wurde Ministerin. Ministerin für Jugend und Sport in der Regierung Lothar de Maizière.)
CDSU Christlich-Demokratische Soziale Union
CDU
Logo der Christlich-Demokratische Union der DDR
Christlich-Demokratische Union (Gegründet am 26.06.1945. Im Dezember 1947 werden die Vorsitzenden der CDU Jacob Kaiser und Ernst Lemmer von der sowjetischen Militärregierung nicht mehr in ihrer Funktion anerkannt. Den Beschluss, die Partei aufzulösen wird nicht angenommen. Nach der Auswechslung des Chefredakteurs bei der CDU-Zeitung "Neue Zeit" wird deren Auflage wieder erhöht, nachdem sie zuvor auf Anordnung der sowjetischen Militärregierung abgesenkt worden war.

Nach der Absetzung von Jacob Kaiser und Ernst Lemmer in der sowjetischen Zone am 20.12.1947 wurde in Westberlin ein "Büro Kaiser" eröffnet. Unterstützung kam von den Briten. Am 21.09.1948 wird in Königswinter beschlossen, nicht mehr mit der CDU in der sowjetischen Zone zusammen zu arbeiten.

Rund 50 Prozent der Leitungsposten im Gesundheits- und Sozialwesenwesen, sowie in kulturellen Institutionen waren für Blockparteienmitglieder reserviert. Es gab auch so genannte Proporzprofessoren. In Weimar gab es immer ein CDU-Oberbürgermeister. Stellvertreterposten wurden oft von Blockparteienmitgliedern besetzt.

Barmittel erhielt die CDU über die Abteilung befreundete Parteien beim ZK der SED.

In der Volkskammer stellte die CDU 52 Abgeordnete, in den Bezirkstagen 319, den Kreistagen 2 145, in den Gemeindevertretungen 10 616 und in den Stadtbezirksversammlungen 298. Die Mitgliedszahl lag bei 140 000.

Die CDU hatte in ihrer VOB "Union" 5 Zeitungsverlage, mit 36 angeschlossenen Handelseinrichtungen, sie gab 6 Zeitungen heraus, 4 Buch- und Kunstverlage, 16 Produktionsbetriebe, ein Übersetzungsbüro, ein Hotel, 4 Ferienheime, 4 Bungalows, zwei Kinderferienlager. Ihr Zentralorgan hieß "Neue Zeit".

Im November 1987 klagte das MfS, darüber, dass zu wenige Mitglieder der CDU in den Kirchengemeinden aktiv sind und somit für die Bekämpfung der Politischen Untergrundtätigkeit dort ausfallen.

In einer Rede im November 1989 meinte der spätere Ministerpräsident Lothar de Maizière: "Nicht der Sozialismus ist am Ende, sondern seine administrative, diktatorische Verzerrung." Folglich sagte er auch: "Es gelte, einen pluralistischen Sozialismus mit Chancengleichheit für alle zu schaffen, in dem auch Andersdenkende respektiert würden". In ihrem 2. Entwurf für ein Positionspapier tritt die CDU am 25.11.1989 "Für eine humane und demokratische Gesellschaft, wie sie nach christlichem Verständnis einem Sozialismus entspricht", ein. Die ehemalige Blockpartei versuchte bei der Volkskammerwahl 1990, nachdem sie wenige Monate zuvor noch in der Volkskammer der gewaltsamen chinesischen Lösung zugestimmt hatte, von dem teilweise positiven Image der Kirche zu profitieren. Als Wahlkampfzuschuss im 1. und 2. Quartal 1990 beantragte die CDU 17,6 Millionen Mark beim Ministerium der Finanzen, die auch bewilligt wurden.

Im Gästehaus der Bundesregierung in Berlin trifft Lothar de Maizière mit dem Bundeskanzler Helmut Kohl zusammen. Lothar de Maizière versuchte Kohl die DDR-CDU u.a. dadurch schmackhaft zu machen, dass er erwähnte, die CDU habe Geschäftsstellen in jedem Kreis, in allen großen Städten, in jedem Stadtbezirk Berlins, Dresden und Leipzig, mit hauptamtlichem Sekretär und Schreibkräften. Der später dazukommende Volker Rühe schlug, um das Blockfötenimage loszuwerden eine Umbenennung der DDR-CDU in "Demokratische Union Deutschlands" (DUD) vor, so Lothar de Maizière später.

Auf seiner Heimfahrt sah er ein Reklameschild der Allianz Versicherung. Er erinnert sich an den Werbeslogan "Hoffentlich Allianz versichert". Darauf habe er Helmut Kohl vorgeschlagen das Wahlbündnis "Allianz für Deutschland" zu nennen. Worauf Kohl sofort zugriff und den Namen sich zu eigen machte, so Lothar de Maizière.
Lothar de Maizière: Ich will, dass meine Kinder nicht mehr Lügen müssen

Wirtschaftsminister nach der Volkskammerwahl wollte Elmar Pieroth von der bundesdeutschen CDU/CSU-Mittelstandsvereinigung werden. Was aber nicht gelang. Als Wirtschaftssenator in Berlin versprach er im Volkskammerwahlkampf 500 000 Arbeitsplätze in der mittelständischen Industrie bis zum Jahresende. Er prophezeite Anfang April 1990 in den nächsten Jahren "einen extremen Arbeitskräftemangel" in der DDR. Eine ihrer selbst gewählten Abkürzungen für CDU im Wahlkampf war Chancen Durch Umweltschutz.)

Auf dem Parteitag am 01./02.10.1990 in Hamburg treten die einzelnen CDU-Landesverbände, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen der CDU der BRD bei. Der Landesverband Berlin wurde bereits am 08.09.1990 ein Landesverband. Kurz vor dem Parteitag, wurde die Satzung der CDU (BRD) geändert, um den Beitritt der Landesverbände aus der DDR zu ermöglichen. Um die neue Einheit zu auch nach außen sichtbar zu machen hieß der Parteitag "1. Parteitag der CDU Deutschlands".

Bereits am 30.05.1990 teilte Helmut Kohl mit, dass die West- und Ost-CDU am 01.10. fusionieren werden.
(Horst Teltschick. 329 Tage)

Der Vorsitzende der Exil-CDU, Siegfried Dübel, meinte im Frühjahr 1989, über 90 % der CDU-Mitglieder in der DDR seien genauso gute und schlechte Demokraten wie in der BRD-CDU. Das Berliner Büro der Exil-CDU sollte 1987 aufgelöst werden. Auf dem 21. Parteitag der Exil-CDU in Oberhof (Thüringen) vom 03.-05.05.1991 beschließen die Delegierten deren Auflösung. Im Dezember 1991 wird die Exil-CDU aus dem Statut der CDU gestrichen.
CDVP Christlich-Demokratische Volkspartei (ließ sich am 27.02.1990 regestrieren)
CdZ Chef der Zivilverwaltung
CFF Chemische Fabrik Finow
CFG Chemiefaserwerk Guben
CFK Chemiefaserkombinat
Christliche Friedenskonferenz (1958-1992, 1958 in der Tschechoslowakei gegründet. Der Bund der Evangelischen Kirchen in der DDR trat der CFK nicht bei.)
CFS chiffriertes Fernschreiben
CFW Chemiefaserwerk
CG Chemische Gesellschaft der DDR (gegründet am 11.05.1953 in Leipzig, Anschluss an die Deutsche Gesellschaft der Chemiker 1990)
CGD Christliche Gewerkschaft Deutschlands (gegründet am 12.02.1990 in Gera)
CGK Industriegewerkschaft Chemie, Glas, Keramik
Chelsi Chemnitzer Lesben- und Schwulen-Initiative e.V.
CIZ Chef Informationszentrum (NVA)
CKB Chemisches Kombinat Bitterfeld
CLG VEB Chemieanlagenbaukombinat Leipzig/Grimma
CMK Chemieanlagen- und Montagekombinat
COBB computergestützte Boden- und Bestandsführung (Landwirtschaft)
CoCom Coordinating Committee on Multilateral Export Controls (der Export von Hochtechnologie in die sozialistischen Länder sollte verhindert werden)
Colido Computergestützte Liegenschaftsdokumentation des DDR-Innenministenum
CON struktiv Organ der radikalen Demokratie. Stimme ökologischer Vernunft, Posaune der pazifistisch-demokratischen Revolution, eine Zeitschrift der europäischen Linken
Courage Arbeitsgemeinschaft Homosexualität "C o u r a g e" (Gegründet am 05.02.1989. Später "Courage e.V.", Arbeitsgemeinschaft Homosexualität. Ging aus dem "Sonntags-Club" hervor. Die Gruppe nimmt am FDJ-Pfingsttreffen 1989 teil.)
CSA Christlich Sozialer Ausschuss bei der CDU (Ein Initiativkreis zur Gründung des CSA trat Mitte Dezember 1989 in Berlin in die Öffentlichkeit. Gegründet am 06.01.1990 in Berlin)
CSM Computer Service Magdeburg
CSP Christlich-Soziale Partei (Sie wurde im April 1990 in Magdeburg gegründet. Sie bezeichnete sich selbst als, demokratisch, liberal, konservativ und sozial. Sie ging aus dem ehemaligen Bezirksvorstand der DSU Magdeburg hervor.)
Logo der Christlich-Soziale Partei Deutschlands Christlich-Soziale Partei Deutschlands (gegründet am 07.12.1989 in Leipzig. In ihrem Aufruf an alle Bewohner unseres Landes trat sie dafür ein, dass auf dem Weg zur politischen Einheit Deutschlands vorerst ein Staatenbund geschlossen wird. Hierüber sollte ein Volksentscheid befinden. Die CSPD ging in der DSU auf.)
ČSSR Československá Socialistická Republika (Tschechoslowakische Sozialistische Republik. Am 30.03.1990 wurde der Name in Československá federativni republika (Tschechoslowakische Föderative Republik, ČSFR) und Českos-lovenská federativna republika (Tschecho-Slowakische Föderative Republik) für Tschechien und Slowenien umbenannt. Die Namensgebung war ein Kompromiss, mit dem aber vor allem die Slowenen nicht glücklich wurden. Für die Tschechen war der Name Česko aus der Vergangenheit belastet.)
CSU/FDU Christlich-Soziale Union/Freie Demokratische Union (gegründet am 07.01.1990 in Leipzig)
CSV Christlich-Soziale Vereinigung
CT Clubtrainer
CTA VEB Chemie- und Tankanlagenbau Fürstenwalde "Ottomar Geschke"
CUR Christliches Umweltseminar Rötha (Gründung 1987/88. Die Teilnehmer sammelten fast 100 000 Mark plus Unterschriften für die Sanierung des VEB Braunkohleschwelerei Espenhain)
CV Christliche Verantwortung
CvO VEB Elektronische Bauelemente Carl-von-Ossietzky-Werk, Stammbetrieb des Kombinates VEB Elektronische Bauelemente
CVU Computer Vertriebs Union
CW Chiffrierwesen
CWC Chemiewerk Coswig
CWH CENTRUM-Warenhaus
CZ Chiffrierzentrale
CZJ VEB Carl Zeiss Jena

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