Mi. 29. November 1989


Das Netzwerk kirchlicher und unabhängiger Solidaritätsgruppen INKOTA hat es begrüßt, dass die neu entstandenen Reformgruppen in ihren Grundsatzerklärungen auch auf Probleme der Dritten Welt, besonders auf die Strukturen der Weltwirtschaft und die daraus resultierende Ungerechtigkeit eingegangen sind. In einem an die Reformgruppen gerichteten Diskussionspapier schreibt INKOTA, "dass eine gerechte und soziale Entwicklung unserer Gesellschaft ohne Beachtung dieser Strukturen und die Schlussfolgerungen daraus für solidarisches Handeln nicht mehr verantwortbar ist".

Als Antwort auf Herausforderungen durch globale Konfliktverschärfung infolge weiterer Verelendung, der Weltbevölkerungsentwicklung und der Gefahren der Klimaveränderungen müssen, wie INKOTA meint, Konzepte von Gerechtigkeit und Entwicklungszusammenarbeit gefunden und umgesetzt werden, die einer gemeinsamen Zukunft und Sicherheit aller Bewohner der Erde verpflichtet sind. Ferner dürfe Marktorientierung nicht zu Lasten der am wenigsten entwickelten Länder gehen. Diesen müsste durch handelspolitische Vorteile das Erreichen selbstgesteckter Ziele ermöglicht werden. Für das Zusammenleben der Menschen und die Struktur der Ökonomie müssten soziale und ökologische Maßstäbe gelten, was die entwicklungspolitische Verträglichkeit von Produkten und Verhaltensweisen einschließe.
(Neue Zeit, Mi. 29.11.1989)

Die Vorbereitungsgruppe Frauen-Café "FRAUEN FÜR FRAUEN" fordert vom Rat der Stadt Dresden und dem Oberbürgermeister Wolfgang Berghofer u. a. ein vom DFD unabhängiges Referat "Frauenfragen" beim Rat der Stadt Dresden einzurichten. Und ein Frauenhaus.

In Plauen findet das dritte Rathausgespräch zwischen der dortigen Gruppe der 20 und dem Oberbürgermeister statt.

Block 5 des Kernkraftwerks Greifswald wird aus dem Probebetrieb abgeschaltet.

Im Stadtteil Adelsberg von Karl-Marx-Stadt besichtigen Vertreter der Bürgerinitiative ausgewählte Räume der dortigen Dienststelle des MfS.

In Meiningen gründet sich die örtliche SDP.

Eine Basisgruppe des Neuen Forum gründet sich in Wittenberg.

In der Personalabteilung des Bundesministerium der Verteidigung geht die erste Bewerbung eines Offiziers der Nationalen Volksarmee ein. Die Bewerbung wird abgelehnt.

Link zu einem Interview mit Jens Reich zu Helmut Kohls 10-Punkte-Plan.

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