Di. 17. Oktober 1989


Berlin (BZA). Etwa 6 000 Studenten aller Sektionen der Humboldt-Universität zu Berlin diskutierten gestern [17.10.] über Probleme ihres Studiums und des studentischen Lebens. Der 1. Sekretär der FDJ-Kreisleitung der Humboldt-Universität, Richard Schmidt, verwies darauf, dass größere Souveränität und Tolerant in weltanschaulichen Auseinandersetzungen unbedingt notwendig seien. Anschließend kam es zu einem kontroversen Meinungsstreit. Erörtert wurde so z.B. die Bildung einer eigenen Studentenzeitschrift und die Bildung von Studentenräten.
(BZ am Abend, Mi. 18.10.1989)

In 10 Hörsälen in der Humboldt-Universität Berlin diskutieren mehrere tausend Studenten. Es wird sich für eine von der FDJ unabhängige Studentenvertretung ausgesprochen. Die einen Tag zuvor formulierten fünf Grundforderungen, keine Restriktionen aus politischen Gründen, keine Zensur bei Wandzeitungen, Zentralwandzeitungen im Hauptgebäude, eine Studentenzeitung, freier Zugang zu Daten, Bibliotheken, Archiven und Kopiertechnik, an den Rektor wird unterstützt.

Auf der Demonstration in Dresden wird die Freilassung der Inhaftierten gefordert. Demonstriert wird in Löbau.

Das Neue Forum führt in Schwedt und in der Nähe Pritzwalks seine erste Versammlung durch. In Pritzwalk selbst findet das Neue Forum keine Räumlichkeiten für eine Informationsveranstaltung.

Das Neue Forum in Güstrow wendet sich mit einem "Appell an alle Menschen südlich der Nordbezirke" gegen Entsolidarisierung zwischen Nord- und Südteil der DDR.

Während einer Fürbittandacht in Nordhausen stellt sich die Initiativgruppe des Neuen Forum vor. Es wird die baldige Gründung einer örtlichen Gruppe des Neuen Forum angekündigt. Die Gründung erfolgte am 22.10.1989.

Eine Initiativgruppe der SDP gründet sich in den Räumen der evangelischen. Studentengemeinde am Josephinenplatz in Karl-Marx-Stadt.

Im Markneukirchener Rathaus kommt es zu einem Gespräch mit zuvor gewählten Bürgervertretern.

Im Fernsehen sprich sich der LDPD-Vorsitzende Manfred Gerlach für rasche und spürbare Veränderungen in der DDR aus.

124 DDR-Bürger, die sich in der bundesdeutschen Botschaft in Warschau aufgehalten haben, gelangen per Flugzeug in die Bundesrepublik.

Link zum Gespräch zwischen Willy Brandt und Michail Gorbatschow.

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